Video: Einfach mal die Perspektive wechseln
Ich schreibe, also bin ich.
Das Wichtigste beim Schreiben: Das leidenschaftliche Verlangen, die Welt zur Sprache zu bringen.
Das Ätzendste beim Schreiben: Wenn man zu sehr auf die Außenwirkung schaut.
Das Schönste beim Schreiben: Wenn es gelingt, Stroh zu Gold zu spinnen - dann wird aus Wörtern Energie, aus Figuren Leben, aus Beliebigem etwas Gültiges.
Literarische Vorbilder: Nikolaj Gogol (oder: Der ganz normale Wahnsinn), Hans Fallada (Von der Größe des Kleinen), Truman Capote (Die Verdichtung der Welt) und Margaret Atwood (Das Spiel mit Genres und Textsorten).

Fragen an „Die Sucherinnen“:
Welches war das erschütterndste Ereignis in deinem Leben?
TAMUNA Als mein Bruder verschwand.
MEDEA Meine Geburt.
Welchem Tier fühlst du dich seelenverwandt?
TAMUNA Der Silbermöwe.
MEDEA Dem Pottwal.
Würdest du dich als starke Frau bezeichnen?
TAMUNA Ich fühle mich ganz stark als Frau, aber als starke Frau? Da sehe ich eher so eine Powerfrau vor mir, die beruflich ackert wie ein Mann, privat perfekt funktioniert und in ihrer knappen Freizeit im Fitnessstudio Gewichte stemmt. So eine bin ich nicht. Ich habe in Deutschland gelernt, mir Ziele zu setzen und sie auch zu erreichen, das gibt mir dann schon ein Gefühl von Stärke. Insofern kann ich sagen, Deutschland hat mich stark gemacht. Aber noch stärker ist der chaotische Teil in mir, der nicht in jedem Augenblick effizient funktionieren, sondern einfach Leben spüren will, was Spontanes tun, sich verschenken und darauf pfeifen, ob andere das nun stark oder schwach finden.
MEDEA Ich kann zäh sein und kämpfen, wenn ich etwas wirklich will, bin von niemandem abhängig und nicht so leicht manipulierbar. Vermutlich nennt man das Stärke. Aber meinen Gefühlen erlaube ich nicht, stark zu sein. Nicht so stark, wie sie eigentlich sind. Es ist mir wichtiger, dass ich mich immer unter Kontrolle habe. Nähe ertrage ich auf die Dauer nicht so gut. Eine starke Frau, das wäre für mich eine Frau, die auch Mut zu starken Gefühlen hat. Die so stark ist, dass sie ihr Kontrollbedürfnis auch mal loslassen kann. Ich fürchte, dazu fehlt mir das Urvertrauen. |